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Stolz auf über zwei Jahrzehnte deutsch-italienische Freundschaft

Schwertfechten auf der Burg Bianello

Schwertfechten auf der Burg Bianello
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Neulinger Jugendliche besuchten eine Woche die Partnerstadt Rubiera – Gelebte Partnerschaft

„Die Herzlichkeit der Gastfamilien, das wunderbare Essen, das Meer und das tolle Programm.“ Das hoben die 31 jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Neulingen hervor, als Bürgermeisterin Lorena Baccarani sie fragte, was ihnen beim Besuch in Italien am besten gefallen habe. Unter Leitung von Heinrich Furrer, Präsident des deutsch-italienischen Freundeskreises Neulingen sowie den Betreuerinnen Daniela Freudenberg, Nathalie Hofsäß und den Betreuern Karl Spörr, Peter Wolff, Oliver Bee, Thomas Leicht verbrachten zum 27. Mal innerhalb von 24 Jahren Kinder und Jugendliche aus dem norditalienischen Rubiera und aus Neulingen eine Woche gemeinsam.
Nach elfstündiger Busfahrt, die über den Gotthardpass führte, begrüßte Paolo Avanzi, Organisator auf italienischer Seite, gemeinsam mit den Gastfamilien im Innenhof des Rathauses von Rubiera die Neulinger Freunde. Schon die Ankunft war ein kleines Fest, bei dem die Musikkapelle Herberia aufspielte und der stellvertretende Bürgermeister Emanuele Cavallaro den Jugendaustausch offiziell eröffnete.
Ein abwechslungsreiches Programm erwartete die Kinder und Jugendlichen in der folgenden Woche. Höhepunkte waren eine Wanderung auf den Felsen Pietra di Bismantova in den nördlichen Apenninen, Ritterspiele in mittelalterlichen Kostümen auf der Burg von Bianello,  die Besichtigung von Tetra Pak-Produktionsstätten in Rubiera und Modena, ein Tag am Meer in Cervia, ein Kletterkurs und das Angeln von
Loussianakrabben, welche nach Auskunft der Präsidentin Luisa Borettini, von den Naturschützern ( Guardie Giurate Ecologische Volentarie) das ökologische Gleichgewicht in den Kanälen  sehr stark gefährden. Auf Einladung des Präsidenten des Kreistages der Provinz Reggio Emilia, Gianluca Chierici, besuchten die Teilnehmer auch die Kreishauptstadt Reggio Emilia.
Ein besonderes Erlebnis war zudem ein Gottesdienstbesuch in der voll besetzten katholischen Kirche Rubieras. Der Pfarrer Don Claudio begrüßte die deutschen Gäste persönlich. Die Lesung aus dem Markusevangelium übernahm Heinrich Furrer in deutscher Sprache. Nach dem Gottesdienst trafen sich alle Gastfamilien mit „ihren“ Kindern zum gemeinsamen Pizzabacken im Steinofen bei Flavio Guerrieri.
Nach diesen zahlreichen Erlebnissen verwunderte es nicht, dass beim Abschlussabend, der traditionell auf der Straße vor dem Rubieresischen Rathaus gefeiert wird, manche Abschiedsträne vergossen wurde. Gedacht wurde dabei auch des Künstlers und Freundes Beniamino Miari, der vor seinem Tod ein fester Bestandteil der deutsch-italienischen Freundschaft war. Seiner Frau Ada wurde eine Gedenkmedaille im Namen des Neulinger Bürgermeisters Michael Schmidt übergeben.
Mit dem Singen der Europahymne, welche durch Schilder von Karl Spörr ausgestaltet war, verabschiedeten  sich die Neulinger Jugendlichen mit ihren Betreuerinnen und Betreuern.
„Wir sind sehr stolz darauf, dass in über zwei Jahrzehnten der Austausch nie unterbrochen wurde“, betonte Heinrich Furrer. „Im kommenden Jahr können wir mit unseren italienischen Freunden in Neulingen das 25-jährige Jubiläum feiern.“