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Bei der Bertha-Benz-Fahrt legten 70 Oldtimer einen kurzen Stopp in Bauschlott ein

Rosenkavalier Bertha-Benz-Fahrt

Rosenkavalier Bertha-Benz-Fahrt
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In Erinnerung an die erste Autoreparatur der Welt am 6. August 1888

Foto:

Als Rosenkavalier erwies sich der Beifahrer eines offenen Fahrzeuges, der an die am Straßenrand stehenden Frauen Rosen verteilte. Angesichts vieler offener Autos hatten die Teilnehmer mit dem Wetter wieder großes Glück, was vor zwölf Jahren leider nicht so war.

Vor 129 Jahren, am 6. August 1888, wurde in Bauschlott die erste Autoreparatur der Welt vollzogen. Auf den gleichen Tag fiel auch die Rückfahrt der Oldtimer der diesjährigen Bertha-Benz-Fahrt. Bei ihrer Heimreise von Pforzheim nach Mannheim haben sie traditionsgemäß auch wieder Bauschlott passiert und kurz angehalten, um an dieses besondere Ereignis zu erinnern.
Aus verkehrssicherheitstechnischen Gründen konnte allerdings als Station nicht das Anwesen Pforzheimer Straße 18 als Stopp genommen werden, wo der erste Autoreparateur, Schuhmachermeister Karl Britsch, wohnte. Daher wurde vor die Schlossapotheke ausgewichen, wo 1888 noch die Bauschlotter Zehntscheune stand. Dies ist in nächster Nähe zum Landgasthof „Adler“, wo der damals 34-jährige Karl Britsch der 39-jährigen Bertha Benz ihr Vehikel reparierte, indem er Leder auf die durch die ständige Berg- und Talfahrt stark abgenutzten Bremsbeläge aufnagelte. Bei der ersten Autofernfahrt der Welt wollte Bertha Benz den von ihrem Mann Carl Benz entwickelten „Neuen Patent-Wagen mit Gas-betrieb durch Benzin“ testen, was ihr auch bestens gelang.
Rund 70 Oldtimer ab dem Baujahr 1893 bis 1930 passierten in kurzer Zeit den größten Neulinger Ortsteil, der in der Geschichte des Automobils eine ganz besondere Rolle einnimmt, wenn er auch nicht gleich der „Nabel der Welt“ ist. Da-runter waren auch Autos, welche das Lenkrad auf der rechten Seite hatten.
Etwas verärgert waren einige Besucher, die leider nicht mehr alle Fahrzeuge sehen konnten, weil die Uhrzeit vom Allgemeinen Schnauferl-Club mit 10.40 Uhr nicht korrekt angegeben war. Schließlich trafen die ersten Fahrzeuge bereits etwa eine halbe Stunde früher ein. Besucher die aus Bretten kamen, sind diesen entgegengefahren. Ein Ehepaar konnte nur noch die zwei letzten, verspätetet eintreffenden, Fahrzeuge sehen.
Leider blieb aber auch für alle anderen Besucher keine Gelegenheit, die Oldtimer näher betrachten zu können, da die Fahrer nach dem Erhalt einer Plakette im Eiltempo Bauschlott wieder verließen. Glück hatten lediglich diejenigen, die an der Ampel nach Bretten standen, wo manche Fahrzeuge notgedrungen anhalten mussten. „Man sollte einfach immer wieder auf das Ampel-Signal drücken, damit noch mehr Autos anhalten müssen“, meinte ein an den Fahrzeugen sehr interessierter Besucher, um alle in Ruhe fotografieren zu können.

Hinweis:
Hierzu befindet sich eine Bildergalerie unter pz-news.de