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Gustav-Heinemann-Schule bleibt weiterhin gesperrt – Großteil der Klassen wird an der Pestalozzischule und in Containern in Bauschlott untergebracht

ENZKREIS. „Wir sind froh, dass nach den Sommerferien für die Schülerinnen und Schüler der Gustav-Heinemann-Schule Pforzheim wieder ein geordneter Schulbetrieb starten kann: Die körperbehinderten Kinder und Jugendlichen kommen weiterhin und künftig in größerer Zahl in der kreiseigenen Pestalozzischule auf dem Buckenberg in Pforzheim unter, ein Großteil der geistigbehinderten Schüler kann bis auf Wei-teres in der Containeranlage Obere Klinge in Neulingen-Bauschlott unterrichtet werden“, so Enzkreis-Dezernent Frank Stephan.

Seit Ende Juni ist das Gebäude der Gustav-Heinemann-Schule an der Habsburgerstraße in Pforzheim aufgrund von erheblichen Bau- und Brandschutzmängeln für den Schulbetrieb gesperrt. Eine kurzfristige Behebung sei nicht möglich, wie Stephan bedauert. Er rechnet mit drei Jahren, „vielleicht sogar länger“.

Bei der Suche nach Ausweichquartieren habe man für die Körperbehinderten aus baulicher Sicht nirgendwo ähnlich gu-te Bedingungen vorgefunden wie an der Pestalozzischule. Aufgrund der besonderen Bedürfnisse der rund 30 Schülerinnen und Schüler der GHS, die dort unterkommen, werden an der Pestalozzischule derzeit einige Umbauten im Unterge-schoss vorgenommen.

„Bei der Geistigbehinderten-Schule haben wir zahlreiche Inklusionsprojekte, was bedeutet, dass eine ganze Reihe von Klassen ohnehin in anderen Schulen unterrichtet wird“, sagt Schulleiter Roger Schreiber. Dies werde man zunächst noch beibehalten. Die anderen fünf Klassen mit jeweils sechs Schülern sollen in das Erd- sowie Obergeschoss einiger ur-sprünglich für die Unterbringung von Flüchtlingen errichteten Container in Bauschlott ziehen, die sich relativ leicht und pünktlich zum Beginn des Schuljahres als Unterrichtsräume herrichten lassen.

„Da die geistigbehinderten Schüler mobil sind, ist dies eine vertretbare Lösung“, meint Frank Stephan. Laut Kreisbrandmeister Christian Spielvogel ist dort auch der Brandschutz gewährleistet. Mit überschaubarem Aufwand werden die Container derzeit baulich etwas ertüchtigt, um darin fünf Klassenzimmer beziehungsweise so genannte Differenzierungsräume für eine spezielle Förderung der Kinder einrichten zu können.

Die übrigen Container, die nicht für den Schulbetrieb benötigt werden, wird die Gemeinde Neulingen wie geplant für die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen, vorwiegend Familien, nutzen. „Die Gemeinde Neulingen kann damit ihrer Aufnahmeverpflichtung gut nachkommen“, erläutert Bürgermeister Michael Schmidt. Vize-Landrat Wolfgang Herz ist der Ge-meinde dankbar, dass sie sich so flexibel zeigt und man sich so kurzfristig absprechen konnte: „Mit dieser Lösung ist sowohl dem Enzkreis als Schulträger als auch der Gemeinde bei der Anschlussunterbringung der Flüchtlinge geholfen.“

Frank Stephan denkt, dass sich so das kommende Schuljahr gut überbrücken lässt und dankt bei dieser Gelegenheit auch allen anderen Partnern, die den Enzkreis derzeit bei der Unterbringung der Schülerinnen und Schüler unterstützen.

Auf längere Sicht müsse jedoch ein größeres Augenmerk auch auf die Umsetzung der Anforderungen des Bildungsplans gelegt werden. Deshalb arbeite man mit Hochdruck daran, für die Zeit ab dem Schuljahr 2018/19 einen geregelten Schulbetrieb an möglichst nur einem Standort zu realisieren. Dies entspricht auch der Bitte der Eltern, wie sie die Elternbei-ratsvorsitzende in einem Schreiben formuliert hat.

Die Eltern der Schülerinnen und Schüler an der Gustav-Heinemann-Schule hat der Enzkreis in einem Elternbrief über die Lage informiert. Darin bedanken sich Frank Stephan und Roger Schreiber für deren Verständnis und Geduld; sie bieten den Eltern außerdem eine Besichtigung der Container in Bauschlott an. Auch an der Pestalozzischule wurde ein Elternbrief verschickt. Dort muss die Schulgemeinschaft im kommenden Jahr etwas zusammenrücken. Zudem wird es durch das erhöhte Verkehrsaufkommen und die Arbeiten in der Schule und außerhalb sicherlich zu gewissen Beeinträchtigungen kommen. „Aber wir versuchen natürlich, möglichst viel in der Ferienzeit abzuwickeln“, so Stephan.