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Riesenerfolg: Märchenhaftes Musical-Projekt „Es war einmal…“ unter der Federführung des Musikvereins Bauschlott und mit über 100 Grundschulkindern führt in die Welt der Gebrüder Grimm – Hommage an scheidende Schulleiterin Elisabeth Wolf

Virtuos füllte Neulingens Bürgermeister Michael Schmidt die Rolle des Erzählers aus, der das Bühnengeschehen kommentierte und ergänzte.

Virtuos füllte Neulingens Bürgermeister Michael Schmidt die Rolle des Erzählers aus, der das Bühnengeschehen kommentierte und ergänzte.
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Mit dem Notenschlüssel erschließt sich das wunderbare Reich der Musik, und mit dem „Goldenen Schlüssel“ der Gebrüder Grimm öffnet man die zauberhafte Schatztruhe, die in eine phantastische Märchenwelt führt. Ein regelrechtes „Schlüsselerlebnis“ müsste es doch werden, wenn man Musik und Märchen aufs Innigste vereint! - Das war die Idee, mit der man beim Musikverein Bauschlott vor rund einem Jahr auf die drei Neulinger Grundschulen und den Göbricher Jugendchor „Why not?“ zugekommen war: Lasst uns gemeinsam ein bezauberndes Märchenmusical einstudieren, mit Musik, Gesang und Schauspiel. Schule, Chöre und das Orchester des Musikvereins waren begeistert von dem Vorschlag, und so ging man an die herausfordernde Arbeit, das Musical „Es war einmal …“, erst 2013 vom niederländischen Komponisten Jan Van der Roost geschrieben, auf die Bühne zu bringen. Mit ganz großem Erfolg, wie der enthusiastische Applaus des Publikums bei den beiden Aufführungen in der Gräfin-Rhena-Halle jetzt eindrücklich belegt. Unter der musikalischen Gesamtleitung von Orchesterdirigent Oliver Bickel und der Regie von Anne Weihing wurden die Besucher hineingeführt ins Stück, zu dessen Auftakt ein feuerholzsuchender Junge (dargestellt vom Grundschüler Jan Kloss) eben den besagten „goldenen Schlüssel“ findet, der die Märchentruhe öffnet. In einer den Zuhörer fast unmerklich ins Traumland entführenden „Ouvertüre“ eröffnet das Orchester den instrumentellen Part und nutzt neben seiner Virtuosität im Bläserischen auch alle Nuancen der Percussion. Triangeln, Xylophon oder etwa die Röhrenglocken vermögen eine Aura des Geheimnisvollen und Spannenden zu schaffen. Und erst recht das Vibraphon: Schon bei gewöhnlichem Gebrauch ein außergewöhnliches Instrument, erzeugt es geradezu einen magischen Klangteppich, wenn es, wie beim Musical, mit einem Geigenbogen angestrichen wird. Auch der Kontrabass für das ganz Dunkle und die Harfe für das besonders Zarte war dabei. So kam man ganz schnell hinein in die Geschichte vom „Rotkäppchen“, in der Hauptrolle dargestellt von Lara Schmidt. Die ereignete sich szenisch auf der Bühne, musikalisch im „Orchestergraben“ und gesanglich auf dem links der Bühne platzierten großen Chor aus den vereinten Schulchören der Grundschulen Bauschlott, Göbrichen und Nußbaum. Ganze Probenarbeit hatten die weit mehr als 100 Kinder mit ihren Chorleiterinnen Jutta Prenschke, Sabine Riethmaier, Annerose Hagenbucher und Barbara Eichhorn geleistet, die von Sängerinnen des Göbricher Jugendchores „Why Not?“ unter der Leitung von Jenny Mergl unterstützt wurden. Annerose Hagenbucher dirigierte bei der Premiere. Eine ganz wichtige Rolle kam auch dem „Erzähler“ zu, der das Bühnengeschehen mit seinen Lesungen ergänzte und verband. Diese Rolle hatte Neulingens Bürgermeister Michael Schmidt übernommen, der mit großem Hut und Märchenbuch rechts der Bühne seinen Platz gefunden hatte. Von „Rotkäppchen“ ging es weiter zu „Rumpelstilzchen“ (dargestellt von Linda Spörr) und schließlich zu „Dornröschen“ (gespielt von Chantal Djemant). Hervorragend klappte die gewaltige Koordinationsleistung zwischen den hin- und herwechselnden Beiträgen von Orchester, Chor, Bühne und Erzählung. Und im Gegensatz zum Märchen von Dornröschen musste am Ende im Publikum niemand wachgeküsst werden, um sich mit begeistertem Applaus von den Stühlen zu erheben. - In einer besonderen Hommage bat Musikvereinsvorsitzender Stefan Weihing die langjährige Schulleiterin Elisabeth Wolf auf die Bühne. Weihing dankte der bald in den Ruhestand tretenden Pädagogin für die enge Zusammenarbeit zwischen dem Musikverein und der Friedrich-Weinbrenner-Schule. Das Märchenmusical als „Abschiedsgeschenk“ sei im Besonderen auch der geschätzten Rektorin Wolf gewidmet. Gerade andersherum müsse der Dank entboten werden, erwiderte die bewegte Schulleiterin. Schließlich sei es dem Musikverein zu verdanken, dass die Institutionen der „Bläserklasse“ und der Blockflötenunterricht seit anderthalb Jahrzehnten feste Bestandteile des Unterrichtsangebotes an der Schule sind.