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Einhelliger Aufruf bei den drei Gedenkfeiern zum Volkstrauertag in Neulingen: Einsatz für den Frieden sowie ein klares Nein gegen Krieg und Gewaltherrschaft

BM mit Besucher in Göbrichen

BM mit Besucher in Göbrichen
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Gemeinsam hatten alle drei Gedenkfeiern mit Kranzniederlegungen in der Gemeinde Neulingen am Volkstrauertag, dem 19. November, nach den Gottesdiensten: Ein einhelliges Votum für den Frieden sowie ein entschiedenes Nein gegen Krieg und Gewaltherrschaft. Sie wurden durch die politische Gemeinde in Zusammenarbeit mit den VdK-Ortsgruppen veranstaltet.

Vor dem Ehrenmal in Bauschlott betonte der stellvertretende Bürgermeister Heinrich Furrer nach Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. In diesem Satz liegt der universale Anspruch für die Gültigkeit der Menschenrechte. An Kriegsdenkmälern und Kriegsgräberstätten können nachwachsende Generationen, Jugendliche und Erwachsene, direkt vor Ort Geschichte erfahren. An den Gräbern der Opfer von Krieg und Gewalt begreifen junge Menschen, wie wertvoll Frieden und Menschenrechte sind, und werden motiviert, Verantwortung für eine friedliche Zukunft zu übernehmen! Das Kriegerdenkmal hinter mir erinnert an die Geschichte von Krieg, Vertreibung und Flucht. Aber auch an Neuanfang und Zeichen des Friedens! Deshalb müssen wir den Nachbarn immer wieder die Hand reichen zur Versöhnung, um so zu einem dauerhaften Frieden zu gelangen.“ Gemeinsam mit dem VdK-Vize-Vorsitzenden Rolf Weschenfelder legte Herr Furrer (links) am Ehrenmal einen Kranz nieder. Ein Trio des Musikvereins Bauschlott, mit seinem Vorsitzenden Stefan Weihing, umrahmte die Feier mit „Über allen Gipfeln“ und „Ich hatt‘ einen Kameraden“.

Vor dem Göbricher Friedhof erwähnte Bürgermeister Michael Schmidt, dass es im Angesicht des Verlustes von Menschenleben und Mitmenschlichkeit heute nicht mehr um „gut oder böse“ gehe, sondern um die Beendigung des Denkens in „Freund oder Feind. So sei der Volkstrauertag ein Gedenktag, der uns mahnt zu bedenken, wofür wir heute das Kostbarste einsetzen würden, das wir haben: unser Leben. Der Rathauschef appellierte: „Jeder kann zum Frieden beitragen, ob in der Familie, in der Nachbarschaft, in der Gemeinde, in unserem Land und darüber hinaus, jeder in seinem Verantwortungsbereich. Denn der Friede braucht immer wieder engagierte Menschen, die ihn stiften.“ Der Neulinger Schultes schloss mit den Worten: „Ich danke Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie allen Mitwirkenden und dem Musikverein Göbrichen, recht herzlichen Dank dafür, dass Sie durch Ihre Teilnahme sowohl ihre Verbundenheit mit den Opfern von Kriegen, als auch Ihr Engagement für den Frieden deutlich machen.“
Mit dem VdK-Vorsitzenden Mathias Dogendorf legte der Rathauschef im Gedenken am Ehrenmal einen Kranz nieder.
Unter der Leitung seines Vorsitzenden Rolf Elsäßer spielte der Musikverein Göbrichen „Über den Sternen“ sowie ebenfalls das „Kameradenlied“. Wie in Bauschlott, war auch hier während der Gedenkfeier der Bereich um das Ehrenmal, durch die örtliche Feuerwehrabteilung, für den Straßenverkehr abgesperrt worden.

Vor der Gedenkstele auf dem Nußbaumer Friedhof beschloss der sichtlich gerührte Vize-Bürgermeister Reiner Roth seine bewegende Ansprache mit den Worten: „Die Toten, derer man gedenkt, und die von Müttern, von Vätern, von Brüdern und von Schwestern beweint werden, sind Verpflichtung und Sendung zum Frieden. Wir brauchen diese Mahnungen, um nachzudenken und immer wieder neu zu suchen was wir heute für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit aktiv tun können. Dies ist eine wahrlich große Aufgabe in einer Gesellschaft, die den Krieg und die Gewaltherrschaft mehrheitlich nicht mehr als eigene Erfahrung einbringen kann. Es bleibt mir das Hoffen, keinen Krieg und keine Gewaltherrschaft erleben zu müssen und, dass die Menschenrechte eines jeden zu wahren sind, weil ich so sehr für das Leben bin.“ Die Kranzniederlegung an der Gedenkstele erfolgte gemeinsam mit Herrn Roth, der VdK-Vorsitzenden Rosina Bickel und ihrem Stellvertreter Rolf Weschenfelder.
Anstatt des evangelischen Posaunenchores und dem Chor der neuapostolischen Kirche Neulingen, wirkte in Nußbaum erstmals die Chorgemeinschaft Nußbaum, unter der Leitung ihres Vorsitzenden Herrmann Rößger (rechts vorne) mit. Gesungen wurde der Choral „Näher mein Gott zu dir“. Tradition hat, dass die Chorgemeinschaft jährlich den Gottesdienst zuvor begleitet, wie auch in Bauschlott der Sängerbund und in Göbrichen der Gesangverein „Freundschaft“.

Nachricht vom: 28.11.2017